Totholz
Naturlehrpfad
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Totholz mag auf den ersten Blick unansehnlich erscheinen,
doch es ist ein wichtiger Lebensraum! Hier wohnen viele Käfer,
Pilze und sogar Vögel. Totholz bietet Nahrung und Schutz
für zahlreiche Tiere und hilft, den Boden fruchtbar zu halten.
Schaut genau hin – vielleicht entdeckt ihr einen Specht,
der nach Insekten sucht!
Altes und totes Holz spielt eine entscheidende Rolle als
Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Wenn ein Baum
stirbt, finden schnell neue Bewohner Einzug und ein natürlicher
Stoffkreislauf beginnt.
Über 1.000 Käferarten haben sich auf diesen Lebensraum
spezialisiert. Die Larven von Hirsch- und Prachtkäfern
nutzen totes Holz zur Entwicklung, während räuberische
Buntkäfer hier auf Beutezug gehen. Marienkäfer finden
in diesem Holz einen Platz zum Überwintern.
Totholz gezielt sammeln: Du kannst Äste, Baumstümpfe oder größere Holzstücke aus deinem Garten oder von gefällten Bäumen verwenden. Achte darauf, dass das Holz unbehandelt ist, also keine chemischen Mittel oder Nägel enthält.
Platzwahl: Wähle einen ruhigen, schattigen oder halbschattigen Platz im Garten, wo das Holz gut liegen bleiben kann. Das kann eine Ecke sein, die weniger frequentiert wird.
Anordnung: Lege die Äste und Holzstücke locker auf den Boden oder stapel sie zu kleinen Haufen. Das schafft Verstecke für Insekten, Igel, Vögel und andere kleine Tiere. Du kannst auch größere Holzstücke senkrecht in die Erde stecken, um Höhlen zu schaffen.
Natürliche Optik bewahren: Lass das Totholz möglichst natürlich aussehen, damit es seine Funktion als Lebensraum optimal erfüllen kann. Du kannst es auch mit Moos, Flechten oder kleinen Pflanzen bewachsen lassen.
Pflege: Überwache den Bereich gelegentlich, damit das Holz nicht zu verrotten beginnt oder unerwünschte Pflanzen sich ausbreiten.
Besonders stark mit Totholz verbunden sind unsere Spechte. Sie bauen nicht nur ihre Nistplätze in alte Bäume, sondern nutzen das Altholz auch als Kommunikationsmittel (Specht-Trommeln), Ansitzwarte oder Balzbaum. Zudem finden sie im zersetzten Holz Insekten als Nahrung.
Verlassene Spechthöhlen werden von verschiedenen „Nachmietern“ wie Hohltaube, Waldkauz und Star als Nistplätze genutzt. Auch Wildbienen und Hornissen verwenden sie als Überwinterungsquartier. Säugetiere wie der Große Abendsegler, Baummarder und Siebenschläfer ziehen hier ihre Jungen groß und finden Schutz vor Fressfeinden.
Zerfallene Bäume bieten zudem Lebensraum für Pilze, Flechten, Moose und Farne. In den Totholzmengen sind große Nährstoffvorräte gespeichert, die durch die Zersetzungsprozesse wieder in den Waldboden gelangen. Es ist wichtig zu erkennen, dass der Reichtum an Alt- und Totholz die Grundlage für eine enorme Artenvielfalt bildet. Daher ist es entscheidend, diese Lebensräume zu schützen und zu fördern.